Die Heraldik als Wappenkunde entstand später als die Wappen selbst. Ihr Ursprung wird in der Regel in die Mitte des 12. Jahrhunderts gerückt, als Wappen fast gleichzeitig in verschiedenen europäischen Ländern aufkamen. Die Grundlage der Heraldik besteht darin, daß die angewandten Symbole mit einer konkreten Person in Verbindung stehen, daß sie erblich sind und von Generation zu Generation übergehen.

Bis ins 11. Jahrhundert trugen Krieger leichte Rüstungen, die nur unzureichend vor Verletzungen schützten. So fiel in der Schlacht bei Hastings 1066 König Harold II. Durch einen Pfeilschuß ins Auge. Ähnlich starb Richard Löwenherz 1199 an den Folgen eines Schulterdurchschusses. So wurde dem Schutz des Körpers nach und nach mehr Aufmerksamkeit gewidmet: die Rüstungen wurden schwerer, bedeckte schließlich den ganzen Körper und an die Stelle des offenen Helmes traten solche, die das ganze Gesicht bedeckten.

Infolgedessen waren die Kämpfer untereinander schlecht zu unterscheiden, und im Schlachtgetümmel bestand die Gefahr, versehentlich einen Verbündeten zu bekämpfen. Deshalb ist es mehr als wahrscheinlich, daß die Anwendung verschieden gestalteter Schilde entstand. Die Kreuzzüge trugen wesentlich zur Entfaltung der Heraldik bei, denn hier begegneten sich Ritter, die sich nicht kannten und sich dennoch identifizieren mußten.

Ein Wappen muß einzigartig in seiner Gestaltung sein, um Verwechslungen vorzubeugen. Die Vielzahl der entstehenden Wappen und ihre Zuordnung machte es notwendig, das Amt des Herolds einzuführen. Dessen ursprüngliche Aufgabe war die Tätigkeit als Bote, Unterhändler, Schiedsrichter bei Turnieren und bei Streitigkeiten des Adels. Zu diesem Zwecke mußten die Herolde unbedingt die Namen, Titel und Wappen der Ritter kennen. So stand der Herold symbolisch für das Wissen um die Wappen und die Wappenkunde, die Heraldik.

 

 

 

 

 

 

 

 

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